Im Juli 2023 kam es in einem restaurierten Bauernhaus in Obernienhagen zu einer Brandkatastrophe. Dabei wurde das im Jahr 1885 errichtete, ursprünglich als landwirtschafltiches, später als Wohnhaus mit drei Wohneinheiten genutztes Gebäude, bis nahezu auf die Grundmauern zerstört.
Von Beginn an lag der Fokus der Eigentümer auf dem Wiederaufbau des Gebäudes. Angesichts der historischen Substanz und des signifikanten Schadens stellte dies eine anspruchsvolle gestalterische und technische Herausforderung für die Planenden und Ausführenden dar.
Nach Abbruch und Beseitigung der Brandreste, sowie Abbruch des westlichen Giebels, begannen Anfang 2025 die Wiederaufbauarbeiten. Die Außenmauern aus Bruchstein blieben hierbei erhalten, da das Gebäude als ortsbildprägend eingestuft ist. Weitere Abbrucharbeiten, wie die Entfernung von Innendämmungen aus Lehm und Mineraldämmplatten aus der vorherigen Nutzung, so wie Reparaturen und Ergänzungen des geschädigten Bruchsteinmauerwerks erfolgen Schritt für Schritt.
Die zu erhaltenden Wände werden über Stützgerüste gesichert, über die auch die äußeren Fassadenflächen erreichbar sind. Die Einrüstung des neu zuerrichtenden Westgiebels erfolgt begleitend zum Baufortschritt.
Das Altgebäude war ursprünglich teilunterkellert. In diesem Bereich sollte auch wieder ein neuer Keller errichtet werden. Ein noch bestehender und größenteils erhaltener Kellerraum unter einer der ehemaligen und künftigen Wohnung, wird über die vorhandene Außentreppe erreichbar sein. Dort sind ebenfalls die neuen Hausanschlüsse verortet.
Um den erforderlichen energetischen und technischen Standard der fünf geplanten Wohneinheiten gerecht zu werden, wurde der Wiederaufbau als Haus-in-Haus-Lösung konzipiert. Das bedeutet, dass innerhalb des bestehenden Gebäudekerns ein neues, sicheres Innenhaus errichtet wird, während die äußere Hülle als historische oder sinngebende Fassade erhalten bleibt.
Der Rohbau wird durch eine neue Innenstruktur aus zeitgemäßen, feuerhemmenden Materialien ergänzt. Diese innere Hülle bildet das „neue Haus“ mit eigenem Tragwerk, Wärme- und Schallschutz sowie Sanitär- und Elektroinstallationen. Das Innenhaus erhält moderne Brandschutzkonzepte, feuerhemmende Wände/Decken, neue Fluchtwege und eine zeitgemäße Heizungsanlage – alles im Einklang mit aktuellen Normen, ohne die äußere Hülle zu überfordern.
Die Fertigstellung ist voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2026 geplant.




