23. April 2024

Update: Sanierung Realschule Löhne

b44 architekten hat im Jahr 2019 im Rahmen eines VgV-Verfahrens den Zuschlag, für die Sanierung des aus dem Jahre 1974 errichteten Bauteils C der städtischen Realschule Löhne, erhalten.
Damals als Erweiterung der Hauptschule Löhne-West errichtet, erhielt das Gebäude 1996 die Aufstockung eines 2. Obergeschosses und ein flach geneigtes Satteldach.
Der gesamte Bauteil war inzwischen in die Jahre gekommen, so dass die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemäßen Schulbetrieb gerecht wurden. Durch den
Schulformwechsel passten die Raumzuschnitte nicht zu den aktuellen Bedarfen. Der Zustand
des Gebäudes war energetisch, technisch, funktional und gestalterisch sanierungsbedürftig.

Auf Grundlage einer umfassenden Analyse und Erfassung des Gebäudebestandes wurde in enger
Abstimmung mit der Immobilienwirtschaft der Stadt Löhne, so wie der Schulleitung der
Städtischen Realschule ein Sanierungskonzept erarbeitet.
Insbesondere die Erneuerung der Gebäudehülle und der Heizungs-/ Lüftungs- und Regeltechnik
sorgt für eine erhebliche Verbesserung des energetischen Standards des Gebäudes. Aber
auch die Weiterverwendung intakter Bauteile (wie Rohbaukonstruktion, Fassade und Dachkonstruktion
der Aufstockung) leisten vor dem Hintergrund der Weiterverwendung von Rohstoffen,
so wie der energetischen Lebenszyklusbetrachtung ihren Beitrag zu einem verantwortungsbewusst
nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Sanierungskonzept.

In den Geschossebenen wurden die z.T. verwinkelten, verspringenden und unproportionierten
Flure durch eine klarere Erschließungsstruktur ersetzt . Dazu sind in allen Geschossen
Mittelflure in der Längsrichtung des Gebäudes vorgesehen. in den Flur mündende Türen der
Klassen- und Fachräume sind um die Tiefe der Türaufschläge eingerückt, so dass öffnende Türe
den durchgängigen Rettungsweg nicht gefährden oder einengen. Gleichzeitig entsteht so
im Eingangsbereich zu diesen Räumen weniger Enge.
Schmale verglaste Seitenlichtteile neben den Klassen- und Fachraumtüren stellen eine moderate
Transparenz zwischen den Unterrichtsräumen und den Fluren her und erhöhen die Raumqualität
der Flure. In einigen Bereichen sind multifunktionale Möbelelemente für Warten und Aufenthalt vorgesehen.
Alle Flure, Türen und weitere Bewegungsflächen wurden entsprechend der aktuellen Vorgaben
zur Barrierefreiheit geplant. Ein ausreichend dimensionierter Aufzug sorgt für die vertikale barrierefreie
Erschließung aller Geschosse.

Im Rahmen der energetischen Sanierung wurden Fenster- und Außentüren durch thermisch optimierte,
anthrazitfarbene Aluminiumelemente mit Dreifachverglasung ausgetauscht.
Die Fenster sind nun näher an der Dämmebene positioniert, so dass Wärmebrücken minimiert
werden konnten. In Verbindung mit dem Rückbau der Heizkörper sind so außerdem die Fensterbänke
erheblich schmaler, wodurch im Innenbereich ein Raumzugewinn entsteht.
Im Bereich der geschlossenen Fassadenbereiche wurden die vorgehängten Betontafeln entfernt. Hier sind neue Fassaden mit hocheffektiven Dämmungen und einer Verkleidung aus Tonelementen montiert worden. Gestalterisch ist dadurch die bisherige Identität des Gebäudes in die Gegenwart übertragen worden.

Der aufgestockte Gebäudeteil hat aus Gründen der Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz seine
Fassaden- und Dachbekleidung aus Zinkblech behalten. Erhebliche energetische Verbesserungen
sind hier durch Ergänzung der vorhandenen Aufbauten mit einer Innendämmschale im
Wandbereich, so wie einer Verstärkung der Dämmlage zum ungenutzten Dachbereich erfolgt.

Frühling – beste Zeit die Dachbegrünung anzulegen

Eine energetische wie technische Sanierung wurde ebenso für den Flachdachbereich über dem
Untergeschoss durchgeführt.
Der Flachdachbereich erhält aktuell seine extensive Begrünung. Der Zeitpunkt hierfür ist denkbar optimal. Denn der große Vorteil der Dachbegrünung im Frühling ist das sofortige Ergebnis. Pflanzen und Gräser blühen zu dieser Jahreszeit, so dass auch das Dachdeckungsmaterial, schon bald in voller Blüte stehen wird. Außerdem sind die Niederschläge zu dieser Jahreszeit relativ hoch, so dass das Gründach sofort ausreichend Feuchtigkeit erhält.

Das Gründach wird später in der Nutzung die Aufheizung des Gebäudes reduzieren, wird das Mikroklima verbessen und ist für die direkte Aufsicht aus den aufgehenden Geschossen gestalterisch ansprechender.